Das Leben ist eine Bergtour 

Acht Jahre ist es her, seit ich den letzten Berg bestiegen habe. Ich meine so richtig, mit Steigeisen, Seil und Pickel. Diesen Sommer wollte ich  wieder einmal auf einem Berggipfel stehen. 

Mein Ziel: Galenstock (3‘586 m, Urner Alpen, Grenze Kanton Uri/Wallis) 



Stille. Demut. Mut.

Um 4.00 Uhr in der Früh geht’s los! Nach einer Stunde Autofahrt zum Hotel Belvédère Furka marschieren wir los, vorbei am Stausee auf den Rhonegletscher. Hier montieren wir unsere Steigeisen, trinken einen Schluck und weiter geht‘s. Die Landschaft wirkt zu Beginn ein bisschen surreal, denn ein Teil des Gletschers ist mit weisser Folie bedeckt (Klimawandel lässt grüssen). Gemächlich laufen wir über den Rhonegletscher Richtung Galenstock. Die Kulisse ist atemberaubend und die Stille macht mich demütig. Ab und zu springen wir über eine kleinere Gletscherspalte. Mein Herz bleibt jedes Mal kurz stehen. 

Moränen. Moränen. Moränen. 

Nach einer bezaubernden ersten Stunde auf dem Rhonegletscher demontieren wir die Steigeisen um über Moränen hochzukraxeln. Die Steine sind klein, gross und sehr gross und zwischendurch bewegt sich alles. Manchmal weist uns ein Steinmann den Weg, meistens laufen wir einfach irgendwo hoch. Nach einer gefühlten Ewigkeit machen wir endlich ein Päuschen um die Steigeisen wieder zu montieren. Eine weitere Etappe ist geschafft und ich bin es auch. Moränen waren noch nie mein Freund, ausser diejenigen im Meer.  

Firn. Anstieg. Sicherheit. 

Ich sehe weiss und ich freue mich auf den Schnee. Mit den Steigeisen und dem Pickel fühle ich mich sicher, obwohl es steil bergauf geht. Wenn ich hier ausrutsche, war’s das! Diesen Gedanken verschicke ich unverzüglich in die Moränen. Leider finde ich nicht das richtige Tempo und mache den klassischen Fehler: ein paar Schritte gehen, Pause. Das ist unglaublich ermüdend! Ich bin es mir gewohnt, dass jemand in stetigem Schritt vorgeht und ich trotte einfach hinterher. Hier läuft jede*r für sich. Meine Beine sind bleischwer und mein Gluteus medius (ja den kenn ich jetzt gut) schmerzt ununterbrochen. 

Kampf. Hingabe. Belohnung. 

Ich will aufgeben. Mehrmals. In Thailand haben wir doch diese schöne Gehmediation gemacht. Ich versuche es: erster Schritt "love", zweiter Schritt "compassion" und dann Endlosschleife. Nach fünf Schritten ersetzt "f*ck" das "love". Ok, ich muss mein Mindset anpassen: Ich schaffe das. Das wäre doch gelacht. Ich gebe niemals auf... und da ist es wieder: "f*ck".  Ich möchte mich einfach hinsetzen und warten. Wem muss ich etwas beweisen? No pain no gain ist so was von NICHT mein Credo.
Ich gehe weiter und fokussiere mich auf das Ziel, denn ich kann es sehen. Irgendwann stehe ich auf dem Gipfel. Die Aussicht ist atemberaubend. Alles ist gut. Ich bin dankbar und hungrig.

 „Ein Gipfel gehört dir erst, wenn du wieder unten bist, denn vorher gehörst du ihm.“   (H. Kammerlander) 

 

Und das Ganze beginnt von vorne. 

Was ich gelernt habe und welche Parallelen sehe ich zum Alltag?

·         Ich kann viel mehr als ich denke

·         Achte auf den Fokus 

·         Ich vertraue mir 

·         Jede Etappe hat angenehme und unangenehme Seiten  

·         Ruhe zur rechten Zeit, gehe konstant weiter

·         Der Weg ist das Ziel

·         Es gibt immer eine neue Herausforderung

·         Atme

·         Bleibe gelassen

·         Bedanke dich

·         Bleibe positiv

·         Sei mutig

·         Geniesse und nimm dir Zeit zum Lachen 

·         Du hast Hilfsmittel, nutze sie

·         …

 

Welche Erfahrungen hast du bei einer Herausforderung gemacht? Was konntest du mitnehmen? Hat sich in deinem Leben etwas verändert?

Fällt es dir momentan schwer, dein Leben zu meistern? Melde dich bei mir und wir finden einen Weg. Ich freue mich auf dich!